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Zwei Städte in einer
Münster – das sind seit 50 Jahren zwei Städte in einer. Die eine ist eine dichtbesiedelte urbane Metropole, die andere legt sich wie eine ringför- mige Parklandschaft um die erste. Seit der Einge- meindung vor einem halben Jahrhundert soll daraus eine Einheit werden, aber das kann kaum gelingen. Was möglich ist, und was auch weitge- hend gelungen ist, ist eine Symbiose aus beiden. Die äußere Stadt ist dabei so etwas wie eine Übergangszone in die umliegende Landschaft, die die innere, die Kernstadt einbettet ins Müns- terland, das sie umgibt und das ihren Charakter betont, oder wie ein Bilderrahmen, der dem Bild von der lebenswerten Großstadt mitten in der friedlich-gepflegten Umgebung Halt gibt Wir- kung verleiht.
Wie groß die Unterschiede sind, merkt man an den Wahltagen, an denen die Innenstadt der grünen Politik satte Mehrheiten verschafft, wäh- rend in der Außenstadt mehrheitlich christde- mokratisch gewählt wird. Man könnte auf den ersten Blick meinen, das läge natürlich an den Studenten, die das Zentrum bevölkern, während in der Außenstadt die alteingesessenen Westfa- len wohnen. Doch schaut man näher hin, stimmt das nicht so ganz. In den urbanen Stadtvierteln leben inzwischen auch alteingesessene Bürger, die vielleicht nicht in Westfalen geboren sind, die aber gut die Hälfte ihres Lebens in der Altstadt, im Kreuzviertel, in Mauritz verbraucht haben. Draußen in Roxel, Hiltrup und Handorf wieder- um findet man kaum noch alte westfälische Familien – diese Stadtteile sind schließlich heute vier- bis fünfmal größer als die Dörfer, aus denen
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na dann... Wochenschau für Münster Herausgeber: DVV, Druck-Verlags und Vertriebs- gesellschaft mbH, Gildenstraße 8b, 48157 Münster-Handorf
sie hervorgegangen sind. Da leben viele junge Familien, die sich die teuren Wohnungen der Innenstadt nicht leisten können und die Platz und Natur für ihre Kinder brauchen.
Der Unterschied zwischen der Innen- und der Außenstadt von Münster, der sich bei jeder Wahl deutlich zeigt, liegt nicht im Alter und nicht in der Herkunft, sondern in den Lebensbedingun- gen. Wer alles, was er braucht und will, zu Fuß erreicht, braucht kein Auto und kann sich die Autofreie Stadt wünschen – um es an einem pla- kativen Beispiel deutlich zu machen.
Aber das Zusammenleben der beiden Städte soll eine Symbiose sein, damit die ganze Stadt lebenswert, freundlich und friedlich ist. Deshalb wäre es gut, würde sich im Rathaus nicht eine Innenstadtfraktion gegen die Außenstadtfrakti- on stellen. Schon deshalb wäre eine Koalition von Grünen und Chrsitdemokraten für die Stadt besser als die jetzige Konstellation, zumal in Münster die Grünen durchaus konservativ und die Schwarzen ziemlich progressiv sind. Der Rat sollte Politik für die ganze Stadt machen, nicht nur für den urbanen Kern.
Jörg Phil Friedrich
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