Page 8 - nadann KW 15/26
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Jubiläum im „Outta Space“
Ohren
schmauch
In Wochen mit einem Feiertag wer- den nach meiner Erinnerung seit Längerem nur Titel veröffentlicht, die auch in einer vollen Arbeitswo- che wenig Chancen auf hohe Start- verkaufszahlen hätten. „Minderhei- ten-Repertoire“ sagt die Branche, um die jedenfalls geht es hier, Aus- gabe für Ausgabe. So z.B. Pianistin YELENA ECKEMOFF, die mit „Rosendals Garden“ bereits ihre 23. CD veröffentlicht. Gleich als doppel- te, im Trio eingespielt mit Bass/Cel- lo und Drums. 11 lange Exkursio- nen in denen sie ihren Eindruck der skandinavischen Landschaft in musikalische Geschichten umsetzt. Klassische Ausbildung und jazzige Improvisations-Kunst in wohlklin- gender Ausführung. JazzThing next Generation Nr. 112 gehört dem Gitarristen ALEXANDER RUESS. Von Bass und Drums unterstützt zählt er sich nicht zur „Flitzefinger-Schu- le“, obwohl er das auch kann, son- dern hat für „Debut“ 10 stim- mungsvolle, eher entschleunigte Kompositionen zusammengestellt.
Short Stories
Nicht die Menge der Töne, sondern deren Klang zählt. Hervorgehoben Titel Nummer 4, den Nils Landgren mit seiner Posaune ergänzt. Mit einem Doppel stellt sich JAN LUKAS ROSSMÜLLER vor. „Solo & Trio“ ist der präzise Titel. Sowohl allein als auch mit Bass und Drums ist er ein Freund etwas „eckiger“ Tonfolgen, bewegt sich sehr sicher zwischen nicht dissonant, aber auch nicht Harmonie. Herausfordernd. Neues, das „alt“ klingt: MAMAS GUN und deren 6. Album. Analog eingespielt, analog aufgenommen, so, wie es sich für eine echte Soul Platte emp- fiehlt. Passender Sänger mit 4 köp- figer Instrumenten-Abteilung (dr,b,key,git), charaktervollen Songs und lebensechten Themen. Klangen sie auf den Frühwerken wie gemischt aus L. Kravitz und Prince, haben sie spätestens mit „Dig“ ihren eigenen Sound gefunden. Und was Altes, das neu klingt. Zum 20. Jubiläum kommt „In a Space outta Sound“ von NIGHTMARES ON WAX in „des Kaisers neuen Klei- dern“. Das Original runderneuert, dazu eine 2. Platte mit 8 Bearbei- tungen von Dub Altmeister Adrian Sherwood. Tiefliegende Bässe unter einer Mischung aus Reggae Beats,
Favorit der Woche
Hip Hop Grooves und trippigen Soundscapes. War schon damals zeitlos, ist es immer noch. Ein eher ungewöhnliches Duo bilden ARNE JANSEN & STEPHAN BRAUN. Elek- trische Gitarre und Cello. Der Ver- dacht auf Kammermusik löst sich sofort, Gitarre mit Einzeltönen und oder langem Hall, das Cello perkus- siv gespielt, rhythmisch, mit gedämpften Saiten und auch kräf- tig gezupft und gestrichen. In nicht überlangen 10 Titeln tauschen die zwei ihre musikalischen Ideen aus, harmonisch, balladesk oder in groo- vigen „Short Stories“. Da haben sich 3 gefunden: EDWARD PERRAUD, PASCAL SCHUMACHER & SEBASTI- AN STUDNITZKY für ihr „Singülar“. Drums, Keys, Vibrafon, Glocken- spiel, Piano, Trompete, dazu elek- tronische Effekte. In 5 mehr oder weniger improvisierten Ausflügen lassen sie die Grenzen zwischen Avantgarde, Jazz und Ambient Music gar nicht erst aufkommen. Stehend langsame Klang-Installa- tionen, rhythmisch komplexe Struk- turen und Sounds, die das Ohr nicht alle Tage genießen darf. Mein Favo- rit der Woche.
nadann... Tschüss i.m.trend@muenster

