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KINOKRITIKEN
na dann... 15/26
   Blue Moon
(sirk) ... oder wenn das Genie lang- sam im Alkohol ertrinkt. In Richard Linklaters Tragikomödie begleiten wir den Texter Lorenz Hart (gespielt von einem oscarnominierten Ethan Hawke), der seine besten Zeiten hinter sich hat. Früher war Hart mal der König des Broadways, der Mann hinter unsterblichen Klassikern wie "My Funny Valentine" oder "The La- dy Is a Tramp". Doch im Kammer- spiel von Linklater ist davon nicht mehr viel übrig. Ruhm und Applaus lassen Hart mittlerweile eiskalt ab- blitzen. Er ist jetzt der Typ, der mit- tags als Erster an der Bar sitzt und sie nachts als Letzter verlässt. Sein Schmerz ist fast greifbar, auch wenn er versucht, ihn mit einem pausenlosen Redeschwall über Gott und die (Theater-)Welt zu übertö- nen. Basierend auf dem Skript von Robert Kaplow liefert Linklater eine berührende Momentaufnahme. Ei- ne faszinierende Studie darüber, wie zerbrechlich narzisstische Künstlerseelen sind. 102'
Horst Schlämmer sucht das Glück
( jonny) Die Corona-Pandemie war für niemanden leicht, auch nicht für Lokaljournalist Horst Schläm- mer. Kaum sind die Masken gefal- len, folgt jedoch der nächste Rück- schlag: Der Wirt von Horsts Stammkneipe hat sie aus finanziel- ler Not in einen Waschsalon ver- wandelt. Zwar lässt er sich überre- den, den Umbau rückgängig zu ma- chen, doch nur unter einer Bedingung: Horst soll einen Film drehen, der die Menschen wieder so glücklich zeigt wie vor der Pan- demie. Also macht er sich auf eine Reise quer durch die Republik und trifft dabei unter anderem auf Mar- kus Söder und Kardinal Woelki. Das sind die Gesprächspartner, die man wählt, wenn man – wie dieser Film – zwar die Frage nach kollektiver Unzufriedenheit stellt, an differen- zierten Antworten jedoch kein In- teresse hat. Stattdessen begnügt sich der Film damit, „einfach nur“ unterhalten zu wollen, und blendet die realen Sorgen und Nöte be- wusst aus. Das ist nicht komisch sondern respektlos. 115'
They Will Kill You
( jonny) Die junge Asia Reaves ist auf Jobsuche, als sie auf eine Stel- lenanzeige für eine Haushaltshilfe im „Virgil“ stößt. Der altehrwürdige Bau aus den 1920er-Jahren gilt als Institution in New York City. Doch kaum tritt Asia die Stelle an, wird ihr klar, dass in diesem Gebäude immer wieder Menschen unter mysteriösen Umständen ver- schwinden. Um nicht selbst zum nächsten Opfer zu werden, wird ihr bereits in der ersten Nacht voller Körpereinsatz abverlangt, ein Aus- weg aus dem streng abgeriegelten Haus scheint trotzdem in weiter Ferne. Das Hollywood-Regiedebüt von Kirill Sokolov überzeugt vor al- lem durch lange, anspruchsvolle und äußerst blutige Actionsequen- zen, wobei die Story leider eher dünn ausfällt. Für diese Mischung aus „Kill Bill“ und „Ready or Not“ hat Sokolov mit Zazie Beetz die per- fekte Hauptdarstellerin gefunden, die den vor allem körperlichen Her- ausforderungen ihrer Rolle mehr als gewachsen ist. 95'


























































































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