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KINOKRITIKEN
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   Der verlorene Mann
(bouda) Hanne und Bernd führen eine glückliche, wenngleich etwas eingefahrene Ehe. Dieses Gleichge- wicht gerät aus den Fugen, als plötzlich Hannes Ex-Mann Kurt vor der Tür steht, überzeugt davon, er wäre noch mit ihr verheiratet. Durch seine Demenzerkrankung kann er sich nicht mehr daran erin- nern, dass er und Hanne seit zwan- zig Jahren geschieden sind. Eine Heimunterbringung scheitert, also bleibt er und bringt neben schmerzhaften Erinnerungen und neuen Problemen auch eine unge- wohnte Leichtigkeit in die Ehe von Hanne und Bernd. Am Ende ist die- ser Film weniger eine Geschichte über das Vergessen als über das, was bleibt: Beziehungen, Gefühle, Fragmente eines gemeinsamen Le- bens. Und vielleicht auch die unbe- queme Erkenntnis, dass Liebe nicht verschwindet, selbst dann nicht, wenn die Erinnerung es tut. 107'
Wild Foxes
( jonny) Der 17-jährige Camille ist ein talentierter Boxer und besucht ein Sportinternat. Als er bei einem Ausflug mit seinem besten Freund Matteo zwei Füchse füttert, stürzt er einen Abhang hinunter und ver- letzt sich am Arm. Doch auch nach der körperlichen Heilung leidet er weiterhin unter unerklärlichen Schmerzen, die einen anderen Ur- sprung zu haben scheinen. In ei- nem Umfeld aus überambitionier- ten Trainern und auf Erfolg sowie Leidensfähigkeit gedrillten Gleich- altrigen merkt er schnell, wie allein er mit seinen Problemen ist. „Wild Foxes“ ist eine französische, jünge- re und tiefgründigere Antwort auf die „Rocky“-Reihe. Regisseur Valery Carnou hinterfragt darin Männlich- keitsideale und das Konzept Leis- tungssport und hat mit Samuel Kir- cher in der Hauptrolle die perfekte Besetzung gefunden. 95'
Nürnberg
( jonny) Deutschland 1945: In Nürn- berg soll der obersten Riege der Na- tionalsozialisten der Prozess ge- macht werden. Um die Zurech- nungsfähigkeit der Angeklagten zu beurteilen, wird der Militärpsychia- ter Douglas M. Kelley an den eigens errichteten Militärgerichtshof beor- dert. Doch ausgerechnet Hermann Göring gelingt es in zahlreichen Einzelgesprächen, Kelley zuneh- mend für sich einzunehmen. Wäh- rend zu Beginn noch versucht wird, die historische Bedeutung dieser Geburtsstunde des internationalen Menschenrechts zu betonen, ver- liert sich der Film nun zunehmend in der Faszination des Bösen. Erst gegen Ende wird die Kurve etwas unbeholfen mithilfe von Original- aufnahmen aus den befreiten Kon- zentrationslagern genommen. „Nürnberg“ ist ein spannender Film, doch angesichts der unbe- schreiblichen Verbrechen und der historischen Bedeutung der Prozes- se hätten die inhaltlichen Schwer- punkte mit mehr Fingerspitzenge- fühl gesetzt werden sollen. 150'


























































































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