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KINOKRITIKEN
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         Der Regenmeister: Griesgram und sein Wasserhahn.
(sirk) Wenn das Kino wieder mal der Realität voraus ist ... Auch Südschweden stöhnt unter un- erträglicher Hitze. Nur der ver- bitterte Witwer Ingmar (Robert Gustafsson) hat eine Lösung. Und zwar in seinem Garten. Dort entdeckt er einen myste- riösen Wasserhahn. Sobald er ihn aufdreht, regnet es. Regis- seur Hannes Holm ("Ein Mann namens Ove") nutzt den Was- sermangel in seiner Komödie je- doch keineswegs als Klimawan- del-Mahnung, sondern bloß als dünne Kulisse für die Läuterung eines Griesgrams. Dass der Film für das Regenwunder keinerlei Erklärung liefert, verkauft die Regie zwar als magischen Rea- lismus, wirkt aber schlicht ab- wegig. Statt hinreißendem Zau- ber bietet das holprige Dreh- buch fiese Streiche eines unsympathischen Protagonis- ten. Auch die Verfechtung der Wasserkrise durch die Bürger- meisterin entbehrt satirischer Schärfe und Tempo. Versöhnli- ches Ende hin oder her, dieser Film nervt. 109'
Sunny Dancer: Coming- of-Age, Mitten-ins- Herz
(mex) Wie es wirklich im Inners- ten Ivys (was für ein Talent: Bel- la Ramsey) aussieht, das wissen Bob und Karen nicht. Aber sie machen sich Sorgen um ihre Tochter, die sich nach schweren Monaten einer Krebsbehand- lung zwar in der Remission be- findet aber offensichtlich unter den unergründlichen seelischen Folgen leidet. Zeit für ein 4wö- chiges Sommercamp mit Schicksalsgenoss*innen, finden die Eltern. Ivy lässt sich überre- den und macht sich widerwillig und voll auf Krawall gebürstet auf einen Horroraufenthalt ge- fasst. Aber im Camp ticken die Uhren anders. Sie trifft auf Menschen, die ihre Ängste tei- len, auf Gleichaltrige, die spü- ren, wenn es jemandem nicht gut geht und die aus eigener Er- fahrung Know-how und Mittel haben Probleme zu lösen. Ivy er- lebt den Sommer ihres Lebens... Ein großartiger, umwerfend wit- ziger und krass trauriger Film des britischen Regisseurs Geor- ge Jaques. 106'
Der Klang der Stradiva-
ri: Überzeugendes cineasti- sches Kammerspiel
(sirk) Für ein ehrgeiziges Projekt vereint die vermögende Astrid (Valérie Donzelli) vier Ausnah- me-Musiker: Auf 300 Jahre al- ten Stradivari-Instrumenten sol- len sie ein modernes Stück zur Uraufführung bringen. Doch al- te Wunden, Eitelkeiten und ge- gensätzliche Welten – etwa klassisches Konservatorium trifft auf Social-Media-Star – drohen das Vorhaben zu spal- ten. Erst der zugeschaltete Komponist (Frédéric Pierrot) führt das Quartett zusammen. Regisseur Grégory Magne ge- lingt ein leichtfüßiges Kammer- spiel vor prächtiger Kulisse, das seine Figuren trotz all ihrer Menschlichkeiten liebevoll zeichnet. Der Clou: Das Ensem- ble ist grandios besetzt und spielt die Instrumente selbst (teilweise reale Musiker), was den Musikszenen enorme Au- thentizität verleiht. Untermalt von einer eigens komponierten Partitur entsteht ein cineasti- sches Plädoyer für die Kammer- musik – so verspielt und elegant wie ein Werk von Ravel. 103'

























































































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