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4 presseausweis
na dann... 09/25
   Mehr Gedanken zur Wahl
  Ein Zitat von der grünen Wahlgewinnerin Sylvia Rieten- berg am Sonntagabend ließ aufhorchen: „Es muss uns zu- tiefst beunruhigen, dass die Ränder so stark abgeschnitten haben“, sagte sie den Westfälischen Nachrichten zufol- ge. Nun, dass die Verwunderung erst jetzt bei den Grünen aufkeimt, verwundert dann doch. Nicht nur die Grünen, sondern auch CDU und SPD und FDP hätten sich schon nach der letzten Bundestagswahl wundern können. Und nach der Europawahl. Und nach den Kommunalwahlen. Und sie hätten sich wundern müssen.
Die Schuld für die AfD-Ergebnisse „den dummen Wäh- lern“ zuzuschieben, die jetzt plötzlich alle ins Rechts- oder Linksextreme ab driften – das ist zu einfach. Wenn die politische Mitte nicht liefert, dann er
starken die extremen Ränder. Weil sie plakativ-einfache Antworten auf kom- plexe Probleme geben und den Vorteil haben, nie an der Realität gemessen zu werden. Während es die Mitte verpasst, wenigstens zu versuchen, klar zu handeln. Das ist eine politische Binsenweisheit.
Die Grünen in Münster im Glück – ja, so kann man es sehen und sich im Freudestaumel zuprosten. Doch das gute grüne Ergebnis aus Münster ist nicht symptomatisch für Berlin. Nur mit hauchdünner Mehrheit werden CDU und SPD eine Regierungsmehrheit hinkriegen, und rechts neben ihnen sitzt die feixende AfD, deren Frontfrau Alice Weidel am Sonntagabend schon wieder gaulanderte: „Wir werden sie jagen!“. Es ist kaum zu ertragen, was gerade in unserer Republik passiert. Und es ist nicht zu ertragen, dass die Parteien der Mitte dieses Desaster selbst produziert haben.
Angetrieben vom Egomanen Lindner, vom Schöngeist Habeck und ge- bremst vom Scholzomaten hat die Ampel drei Jahre Stillstand provoziert. Ok, die Windkraft boomt. Ein Punkt. Man hat die Gaskrise in den Griff gekriegt: Noch ein Punkt. Aber das war‘s dann auch schon. Die illegale Zuwanderung wurde ignoriert, obwohl jedem in Berlin klar sein musste, dass sie einer der wesentlichen Angst-Punkte der Menschen ist. Ob diese Angst berechtigt ist oder nicht, sei dahingestellt. Ich glaube nein. Man hat das ignoriert. Es hätte ja keine Radikal-Lösung gebraucht, aber wenigstens irgendeine.
Das völlig dilettantische Heizungsgesetz (ja, da war sie wieder die mora- lische Überheblichkeit der Grünen, gepaart mit der Aura des Besserverdieners), die Inflation, die sich zwar abgeschwächt hat, aber die Preise bleiben natürlich trotzdem oben, der teure Strom für Industrie und Verbraucher, die völlig ver- korkste Förderpolitik für E-Autos (erst nutzte sie nur den Reichen, dann wurde sie über Nacht abgeschafft und nutzte niemanden mehr), das endlose Gerede vom Bürokratieabbau (Bravo! Man muss sich jetzt beim Hotel-Check-In nicht mehr mit Perso anmelden) – Es ist eine Bilanz des Grauens, die die Ampel hin- gelegt hat. Und die Regierung davor war auch nicht viel besser.
Niemand muss sich also wundern, dass die Ränder stark werden und viele Wähler auf die völkische Floskeln und die Radikalinskis der AfD reinfallen.
Die Schuld, pardon, liegt bei Euch: liebe CDU, liebe SPD, liebe FDP und liebe Grüne. Es wäre schön, wenn Ihr jetzt endlich mal an die Arbeit gehen würdet und Eure übergroßen Egos am eigenen Wohnzimmertisch auslebt.
Oh pardon. Das macht die FDP ja jetzt in Vollzeit. – Stefan Bergmann
Eine radikale Bewertung der dreijährigen Regie- rungsarbeit von SPD, GRÜNEN und FDP gibt die Gruppe der 18- bis 24-Jährigen.
Wählende in die- ser Altersgruppe ent- schieden sich am Ende der ewigen (16) Merkel Jahre überproportional deutlich für die gemä- ßigten Oppositionspar- teien GRÜNE und FDP. Sie schafften damit die Grundlage für drei Re- gierungjahre der Ampel. Mit 59% Zustimmung in dieser Altersgruppe für
Radikaler
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