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na dann... 37/25
presseausweis 3
Inhalt
Presseausweis 03 Kinokritiken 04–05
Das Kinoprogramm
ist raus! 06–07
Ohrenschmauch 08 Veranstaltungen 09–25
Kleinanzeigen 26–59 Die na dann in meinem Supermarkt 57 Was bedeuten das kleine [K] + [F] in der ge- druckten na dann? 27, 32, 54, 57 (als Kleinanz.)
Webguide 48 Ständ. Termine 50–53
Kleinanzeigenannahme
für private und nicht- private Kleinanzeigen:
Tel. 0251 2705177 per Mail an buchhaltung@nadann. de oder online auf www.nadann.de / Abgabe bis Mo., 12 Uhr
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na dann... Wochenschau für Münster – kostenlos Herausgeber: DVV, Druck- Verlags und Vertriebs-ge- sellschaft mbH Gildenstraße 8b
48157 Münster-Handorf
Anzeigenredaktion
(und für schwierige Fra- gen, Beschwerden, nette Gespräche):
Uli Wiemann, uli@nadann.de
Tel. 0251 321040
V.i.S.d.P.: Arno Tilsner www.nadann.de
Auflage dieser Ausgabe:
10.000 Exemplare
Presseausweis
Ausgeloggt.
Es ist 7 Uhr morgens.
Mein Kind hat sein Schul-Tablet nicht auf-
geladen, es sagt keinen
Mux. Ich muss selbst
nach dem Link zur Krankmeldung „fahn-
den“. Ich klappe meinen
Laptop auf, es poppt ein Update- prozess auf: 4 min, da kann ich mir schnell die Zähne putzen! Wie heißt die Seite nochmal? Ich google mich auf die Schulwebsite, schlucke den Cookie, aber einen Link des neuen Anbieters zur Eintragung des Ge- sundheitszustandes meines Kindes finde ich nicht. Ich habe Eile! Dann eben erst der Onlinetermin beim Arzt. Mein Mailkonto spinnt, ich erhalte keine Bestätigungsmail, sondern eine Fehlermeldung. Mir wird vor- geschlagen, ich könnte einen Zugriff auf mein Konto über eine 2-Faktor- Authentifizierung vornehmen, hierzu müsste ich eine App herunterladen... Ich werde nervös. Der Lehrer aus dem IT-Team hat mich mit 100 anderen Eltern in der letzten Woche in der Aula aufgeklärt, dass die Kinder bis 7:20 Uhr digital krankgemeldet sein müssten, da sonst die Lehrer zu Be- ginn des Unterrichts beim Abgleich des Digitalen Classroom - mit der Zahl der Kinder im Klassenraum von einem Verbrechen oder einem Unfall ausgehen müssten. Es gehe dabei um Sicherheit. Außerdem: die zugenom- menen Krankmeldungen könnten nicht mehr analog bewältigt werden.
Ich kapituliere. Ich gebe dem Nach- barskind eine papierne Entschul- digung für das Sekretariat mit, mit
der Bitte mein Kind für die kommenden 3 Tage wegen einer Grippe mit Fieber, in die digitalen Systeme zu übertragen. Bis dahin muss mein Kind als „vermisst“ gel- ten. Zum Glück tracken die Nachbarn ihr Kind, so kannichsichersein,dass
die Entschuldigung auch ankommt. Kann ich es wirklich? Ich schicke schnell noch eine Nachricht hinterher. Jetzt werde ich etwas ruhiger werde.
Auf dem Weg zur Arbeit schöpfe ich neue Zuversicht und hänge mich in die Hotline des Mailproviders. 18 Minuten Wartezeit, es werden 20. Dann die Info, man könne mir nicht helfen, der Service sei ausgelagert worden. Ich müsste mich an Micro- soft wenden.
Ich werde mir ein neues Mail- Konto einrichten und mich für 2 Tage krank melden, um den Mailwechsel zu organisieren. Habe eh Migräne. GoogleMail solls werden. Ich brauche zügig eine Kreditkarte, GooglePay und ein Paypal-Konto... sonst wirds langsam peinlich. Ich werde endlich Zeit haben, meine elektronische Pati- entenakte so einzustellen, dass mein Hausarzt nicht sieht, dass ich wegen meiner Erschöpfungszustände in Behandlung bin. Das wurde mir von Freundinnen geraten. Jetzt schießt mir in den Kopf, dass ich vergessen ha- be, meinem Kind einen Kuss zu geben, bevor ich aus dem Haus gestürmt bin. Ich schicke ein Herz-Emotii, lasse ihm ne Sprachnachricht da... Zum Glück hat es das Schultablet, so wird ihm nicht langweilig.
Marit Schnackenberg

