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4 kinokritiken (mehr unter www.nadann.de/rubriken/kino/filmsuche/)
na dann... 37/25
     22 Bahnen
(mex) Gerade einmal zwei Jahre nach Erscheinen
des gleichnamigen Caro- line-Wahl-Bestsellers lan- det die Geschichte der bei- den Schwestern Tilda und Ida bereits auf der Kino- leinwand - rekordverdäch- tig. Tilda (Luna Wedler) lebt mit ihrer schwer al- koholkranken Mutter und der kleinen Ida zusammen. Die begabte Mathematik- studentin arbeitet neben- bei an der Supermarktkas- se und hält mit ihrem En- gagement das fragile Fa- milienleben so gut es geht zusammen. Eine nicht auf- gearbeitete Episode aus der Vergangenheit sowie das Angebot einer Dok- torandenstelle im fernen Berlin belasten die jun-
ge Frau. Gerade Letzteres stellt Tildas Solidarität und das intensive Zusammen- gehörigkeitsgefühl zu Ida auf die Probe... Regisseurin Mia Maariel Meyer insze- niert das Coming-Of-Age- Drama behutsam und sehr nah an der Buchvorlage. Bemerkenswert ist insbe- sondere die starke Vorstel- lung der Schweizer Schau- spielerin Luna Wedler.
Conjuring 4: das
letzte Kapitel
(jonny) Das bekannte Dä- monenjäger-Paar Ed und Lorraine Warren wird 1964 mit einem mysteriösen Fall konfrontiert: Hoch- schwanger berührt Lorrai- ne in einem Spiegelsaal ein dunkles Wesen – ih-
re Tochter Judy überlebt nur knapp. Jahrzehnte spä- ter taucht derselbe Spie- gel bei der Smurl-Familie auf, und plötzlich gesche- hen merkwürdige Dinge: Glas zerspringt, Blut fließt, unheimliche Stimmen hal- len durch das Haus. Judy spürt die Verbindung, reist zu den Smurls, Ed und Lor- raine folgen. Im Haus zeigt sich, dass die Geister nur Marionetten eines mäch- tigen Dämons sind. Erst als Mutter und Tochter zu- sammenstehen, kann der Alptraum beendet wer- den... Wie gewohnt kom- biniert auch der letzte Teil der Horror-Reihe Famili- endrama mit jeder Men- ge gruseligen Jump-Sca- res. Das Ende fällt dabei al- lerdings enttäuschend aus und wird der Reihe nicht gerecht.
135' Cineplex
Tafiti - ab durch die
Wüste
(mex) Tafiti ist der Held
der erfolgreichen Kinder- buchreihe der Autorin Ju- lia Boehme. Seit vielen Jah- ren finden sich die Aben- teuer des kleinen Erdmänn- chenjungen in den hiesigen Kinderzimmern, Zeit also für den putzigen Draufgän- ger, die Kinoleinwand zu er- obern. Tafti lebt mit seiner Familie in einem „gutbür- gerlichen“ Erdmännchen- bau, in dem vor allen Din- gen Großvater Opapas Re- geln zu befolgen sind. Was dann allerdings Ungehor- sam für Folgen haben kann, wird Tafiti bald zu spüren bekommen. Oder besser ge- sagt der Opapa, erleidet er doch durch Tafitis Leichtsinn einen üblen Schlangenbiss. Ein Gegengift muss her. Das ist die Gelegenheit für Ta- fiti, seinen Fehler wieder- gutzumachen. Gemeinsam mit seinem neuen Freund, dem Pinselohrschwein Pin- sel, macht er sich auf, die rettende blaue Wüstenblu- me zu finden. Ein entspann- tes und liebenswertes Trick- filmabenteuer für die klei- neren Film-Fans zwischen 6 und 10 Jahren.
Happy Holidays
(mex) Schon 15 Jahre ist
es her, dass der aus Jaffa/ Tel Aviv stammende pa- lästinensische Regisseur Scandar Copti, mit seinem damals Oscar nominierten Debüt „Ajami“, die Kom- plexität des jüdisch-arabi- schen Zusammenlebens in seiner Heimatregion in den Mittelpunkt gestellt hat. Wie damals bedient er sich nun auch in seinem neu- en Werk eines episoden- haften Erzählstils. Beleuch- tet wird jeweils das Innen- leben einer palästinensi- schen und einer jüdischen Familie in Haifa. Nach und nach setzt sich so ein gro- ßes Ganzes zusammen, in der modernes Denken auf traditionelle Vorstellungen trifft und die Schwierigkeit der Vereinbarung multikul- tureller und national-re- ligiöser Tatsachen allge- genwertig ist. Ein ruhig in- szeniertes, hoch konzent- riertes Familiendrama vor dem Hintergrund eines po- litischen Pulverfasses. Sehr stark - auf dass der nächs- te Copti-Film nicht so lan- ge auf sich warten lässt.
123' Cinema
102' Schloßtheater/Cineplex
80' Cineplex














































































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