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Ohren schmauch
PETER STAMPFEL, FRIENDS & DAUGHTERS legen mit ihren „Song Shards“ (Schallsplittern) eine solche vor. 46 Jingles aktueller und vergan- gener Tage etwas schräg mit einigem Humor neu eingespielt. Die ersten 20 betreffend Glauben und Lebenshilfe, weitere 26 Werbe Jingles amerikanischer Unter- nehmen, die wir hier wohl nie gehört haben, selbst Ajax, Libby’s oder Pepsi haben sie bei uns lieber nicht benutzt. Akustisch, viel- stimmig und nicht ganz ernst. Einmal im Jahr ok.
Ein sehr interessantes Projekt haben HENRIQUE GOMIDE, CELINE RUDOLPH & JOAO LUIS NOGUEIRA aus der Taufe gehoben. Piano, Stimme und Gitarre bilden das Gerüst mit el. Gitarre und Sax/Flöte als Gäste. Ohne jede Perkussion erschaffen sie subtile Rhythmen unter die Mischung aus brasiliani- scher und europäischer Basis. „Amaré“ ist die fast kammermusi- kalische Umsetzung einer gewagten Idee.
JOSÉ PEIXOTO & NUNO CINTRAO huldigen auf „Visita“ dem Meister der portugiesischen Gitarre, Carlos Paredes, zu dessen 100stem Geburtstag mit einem besonderen Ständchen. Zwei exzellente Gitar- risten intonieren 5 Titel des Meis- ters als Visitas (Besuche) mit 5 Gegenüber-stellungen eigener Schöpfungen als Dialogos. Ausein- andersetzung mit dessen Werk und seinem Einfluss auf den Einsatz des Instruments, nicht ‚nur‘ begleitend, im Fado.
Es gibt Momente, in denen mich die mir zugesandte Musik wirklich überrascht. Die mir auch mit spot-
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tify und Konsorten wohl nie vor Ohren gekommen wäre. Das LUIGI CINQUE HYPERTEXT O’RCHESTRA ist ein solcher Fall. World Music im wahrsten Sinn. Unterschiedliche Quellen, durchaus erkennbar, jedoch in Verbindung mit Rhythmen und Klängen, die in dieser Kombi nur selten auftau- chen. „Kromosoma Maris“ dreht sich um die Idee, dass es nur 1 Meer gibt (1 Menschheit?) und wir über alle Ozeane (Kontinente?) hinweg eine Gemeinsamkeit haben: Geburt, Leben, Tod. In wechselnden Besetzungen mit breiter Auswahl an Instrumenten und Stimmen verbindet er Gnawa Musik, Argenti- nisches, den Balkan, Europa über- haupt, den fernen Osten und einiges, das ich nicht zuordnen kann zu einer ‚Klangreise, die sich mit cineastischer Eleganz durch Raum und Zeit bewegt‘. Zitat.
Exoten? Kann ich! Klarinettist YOM X CECCALDI, 2 Brüder mit Violine und Cello bringen ihren „Le Rhythme du Silence“ zu Gehör. Zeit- genössische Kammermusik? Akus- tische psychedelic Klänge? Ambiente Sound Landschaften auf dafür nicht prädestinierten Instru- menten? Oder einfach nur die Forscher auf der Suche nach den Ursprüngen des Klangs? Dabei ist die Stille nicht als Abwesenheit von Klang zu verstehen, sondern als rhythmisches Prinzip. Zitat: Ich wollte eine Musik schaffen, die diesen Zustand hörbar macht. Absolut gelungen!
nadann... Tschüss i.m.trend@muenster.de
 Humorige Angelegenheit
 ‚Echt‘ Welt-Musik
 Der Rhythmus der Stille
Mein Gedächtnis sagt nein, aber ganz sicher bin ich mir nicht, ob es auf dieser Seite jemals eine ‚Novelty Record‘ gegeben hat.






















































































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