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KINOKRITIKEN
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   The Chronology of Water
(sirk) "Wenn es für den Schmerz keine Wunde gibt, sollte man zulas- sen, dass die Fantasie alles verän- dert." Acht Jahre soll die US-Schau- spielerin Kristen Stewart, bekannt aus der "Twilight-Saga", an der Ver- filmung der Autobiographie von Li- dia Yuknavitch gearbeiteitet haben. Lidia wer? Yyknavitch, ehemaliges US-Schwimmtalent und heute Do- zentin und preisgekrönte Autorin mehrerer Romane und Kurzge- schichten. Ihr autobiographisches Kultbuch "In Wasser geschrieben" (deutscher Titel) übersetzt Stewart als eine Art fragmentarisches `body memoir`, rund um Sex, Sucht, Miss- brauch und Tod. Und Imogen Poots ("Green Room") wirft sich kopfüber in die selbstzerstörerische Rolle und liefert eine beeindruckende 128- minütige Tour-de-Force, die noch lange nachhallt. 134'
The Bride! - Es lebe die Braut
(jonny) Nachdem Frank, wie sich Franksteins Monster inzwischen nennt, über hundert Jahre allein und auf der Flucht verbracht hat, wünscht er sich nichts sehnlicher als ein Ende seiner quälenden Ein- samkeit. Im Chicago der 30er Jahre überzeugt er die experimentelle Wissenschaftlerin Dr. Euphronius, ihm eine Gefährtin zu erschaffen. Ihre Wahl fällt auf das feierwütige Escort-Girl Ida, die ausgegraben und wieder zum Leben erweckt wird. Damit sie ihm wohlgesinnt ist, erzählt Frank ihr, sie sei schon immer seine Braut gewesen, und gemeinsam stürzen sie sich ins pul- sierende Nachtleben. Maggie Gyl- lenhaal hat sich für die Neuverfil- mung von James Whales Horror- klassiker von 1935 einiges vorgenommen. Das Ergebnis ist ein wilder Ritt voller Referenzen und mit spannender Metaebene. Teil- weise überladen, dennoch eine wohltuende, feministische Antwort auf Phillips’ weinerlichen Joker und Guillermos ästhetisch-polierte Frankenstein-Version. 127'
Gelbe Briefe
(mex) İlker Çataks (Das Lehrerzim- mer) neuer Film beginnt mit einem Clou: „Berlin als Ankara“ füllt in ro- ten Buchstaben die volle Breite der Leinwand. Die deutsche Hauptstadt übernimmt die Rolle ihres türki- schen Pendants? „Hamburg als Is- tanbul“ wird später folgen. Welch geniale Idee mit für das Publikum schwerwiegenden Folgen auf Wir- kung und Rezeption der gezeigten dramatischen Ereignisse. Das Künstlerpaar Derya und Azis arbei- tet am Staatstheater Ankara. Sie gefeierte Schauspielerin, er erfolg- reicher Autor, Regisseur und Hoch- schullehrer. Die beiden haben sich recht gut eingerichtet in dem Raum zwischen künstlerischer Freiheit, staatlicher Einflussnahme und ge- diegenem Wohlstand. Als aber über Nacht das Unheil in Gestalt politi- scher Willkür über sie einbricht, ge- rät ihr gesamter Lebensentwurf ins Wanken... Çatak stellt wichtige Fra- gen zum richtigen Zeitpunkt und gewinnt den Goldenen Bären in Berlin. Ein Glücksfall. 128'


























































































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