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KINOKRITIKEN
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         Spaziergang nach Syrakus: Etwas beliebiges Fluchtdrama mit Charly Hübner.
(sirk) Reisen, wohin du willst: Für uns eine Selbstverständlich- keit, für DDR-Bürger unmöglich. Das erfährt auch der freiheits- liebende Kellner Paul Gombitz. Eigentlich wollte er Literatur und Philosophie studieren – ver- boten. Ein selbstbestimmtes Le- ben? Nicht vorgesehen. Weil Paul seinen Traum von Italien aber nicht nur träumen, son- dern leben möchte, lässt er sich nicht mürbe machen. Nach zahllosen abgelehnten Reisean- trägen plant er im Verborgenen die Flucht über die Ostsee. Re- gisseur Lars Jessen bedient sich für sein Fluchtdrama frei an F.C. Delius’ Erzählung "Der Spazier- gang von Rostock nach Syrakus" (1995), die auf einer wahren Be- gebenheit sowie Johann Gott- fried Seumes Reisebericht von 1803 basiert. Charly Hübner verkörpert Paul gewohnt char- mant und sturköpfig. Warum ausgerechnet dieses eine Ver- langen ihn durch alle Repressa- lien treibt, bleibt bis zum Ende allerdings etwas beliebig. 98'
The End of Oak Street: Ich glaub, mich tritt ein T-Rex
(mex) Eine amerikanische Vor- stadtsiedlung in den 1980er Jahren. Hier, in der Oak Street, leben die Platts. Zwischen blü- henden Vorgärten und schnie- ken Car-Ports die fast perfekte Spießeridylle. Doch es kriselt zwischen Dad (Ewan McGregor) und Mom (Anne Hathaway). Unausgesprochene Probleme belasten das Familienglück und wenn die beiden - und ebenso wenig ihre Kinder Brian uns Au- drey - eines nicht gebrauchen können, dann ist es eine Zeitrei- se in die Welt der Dinosaurier. Aber wer käme denn auch auf so eine Schnapsidee? Hahaha, sein Name ist David Robert Mit- chell, der Regisseur der uns vor ein paar Jahren bereits mit sei- nem rätselhaften Thriller „Un- der the Silver Lake“ herausgefor- dert hat. Ok, die Oak Street lan- det also über Nacht bei den Dinos und die Platts samt ihrer Nachbarn rennen plötzlich um ihr Leben. Da müssen jetzt alle durch... und die gute Nachricht ist, das Abenteuer macht, bei al- lem Irrsinn, ordentlich Spaß. 100'
Exit 8: Überzeugende Game- Adaption - zumindest für 50 Minuten.
(sirk) Im Schatten des großen Erfolges von Kane Parsons "Backrooms" schickt Genki Ka- wamura in dieser Filmadaption des gleichnamigen Indie-Games seinen Protagonisten "The Lost Man" (Kazunari Ninomiya) in ein albtraumhaftes, endloses U- Bahn-Labyrinth. Nach einer le- bensverändernden Nachricht verfängt der einzige Hauptdar- steller sich in einer Zeitschleife liminaler Räume und muss nach strikten Regeln Anomalien er- kennen, um den Ausgang 8 zu erreichen. Kawamura schafft in den ersten 50 Minuten eine un- heimliche Atmosphäre, surreale Symbolik mit visuellen Anleihen an "The Shining". Auch wenn das repetitive Konzept im Ver- lauf an Spannung verliert und die Übersetzung des simplen Spielprinzips auf Spielfilmlänge Schwächen offenbart, bietet das Werk stilvoll-verstörende Unterhaltung für Horror- und vor allem für Game-Fans. 95'


























































































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