Page 3 - na dann 36/26
P. 3
na dann... 36/26
3
PRESSEAUSWEIS
Irgendwann schmeiß ich ...
... mein Handy ins Meer! Haben Sie sich das auch schonmal überlegt? Vielleicht haben Sie in Ermangelung des Meeres auch einen Wurf in einen schön tiefen See, den Kanal oder gegen die Wand erwogen? Ich gestehe: Ich schon.
Aber der Reihe nach. Die Sommerferien sind vorbei. Frühmorgens und nachmittags bah- nen sich wieder Kinder mit großen Tonnies auf dem Rücken ihren Weg durch die Stadt. Bald kehren auch die Studenten auf Rädern und Rollern zurück und verleihen unserem altehr- würdigen Münster seinen jugendlichen Charme.
Fragen Sie sich in dieser Zeit auch, ob sie den Sommer gut verbracht haben? In meinem Fall zeigt ein Blick auf die Handyzeit, dass ich wahrscheinlich einen Teil meiner Zeit besser hätte verbringen können. Und mit Blick auf den Schulanfang hat das Thema Handy noch eine ganz andere Relevanz. Denn mittlerweile zeigt sich leider immer deutlicher, dass unsere Smartphones nicht immer ein Segen sind und vor allem Kindern richtig schaden können.
Falls Sie Kinder in Ihrem Umfeld haben, kennen Sie die Kämpfe um dieses Thema. Die Handys sind so gestrickt, dass wir Erwachse- nen ihnen wenig entgegenzusetzen haben und unsere Kinder noch weniger. Max Giesin- ger spricht mir deshalb aus der Seele, wenn er davon träumt, sein Handy im Meer zu versen- ken. Aber vielleicht braucht es den Wurf ins Meer gar nicht - zumindest nicht für unsere Kleinen.
So schlägt das Annette Gymnasium, dessen Stimme in Münster durchaus Gewicht hat,
einen deutlich friedlicheren aber keineswegs weniger radikalen Weg vor. Die Schule an der Grünen Gasse empfiehlt allen Eltern seiner neuen Fünftklässler schlicht, überhaupt kein Handy anzuschaffen und falls doch, zumin- dest keine Schüler-WhatsApp-Gruppen einzu- richten. Die Begründung liest sich wie die Zusammenfassung der Studien und Empfeh- lungen einschlägiger Fachverbände: Das Han- dy lenkt ab, soziale Medien erhöhen durch ihre Algorithmen die Gefahr von Abhängig- keit, und in WhatsApp-Gruppen kommt es spürbar leichter zu Mobbing und Ausgren- zung. „Viel wichtiger ist uns der persönliche und direkte Austausch.“, heißt es in dem Elternbrief. Dem ist nichts hinzuzufügen und mir fällt dazu nur zweierlei ein: Danke, liebes Annette-Gymnasium und Bravo! Irgendwann ist jetzt!
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen einen guten Start in die betriebsamere Zeit der Stadt!
KI-frei, alle Fehler gehen auf mich ; )
Cristina Tinkl ct@nadann.de

