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4 Kinokritiken
The Smashing Machine
(sirk) Vom Aufstieg und Fall eines Kämpfers. Das Anti-Biopic über den MMA-Kämpfer Mark Kerr ist nur vordergründig ein Sportfilm. Zwar verkörpert Dwyne "The Rock" Johnson den "Smashing Machine" mit einschüchternder Physis und kämpferischer Brutalität, entschärft die Figur aber durch seine Darstel- lung eines "netten" Riesen mit Hang zur Tumbheit und Verletzlichkeit. Regisseur Benny Safdie unterläuft kontinuierlich die Klischees des Genres: Große dramaturgische Punkte, Ring-Triumphe und eine Einführung von Kerrs Freundin Dawn (Emily Blunt) werden ausgelassen. Stattdessen setzt der Film auf eine pseudo-dokumentarische Ästhetik, einen esoterischen Soundtrack und die Konzentration auf Kerrs inneres Ringen sowie seine Opiate-Sucht. Die eigentliche Hauptdarstellerin (obwohl vergleichsweise mit wenigen Szenen) ist Kerrs Freundin Dawn, deren fordernde Präsenz Kerrs Leben zum Trümmerhaufen macht.
' Cinema

