Von Carsten Krystofiak

In dieser Woche vor einem Jahr…

… erschien eine PR-Rekordserie.

Innerhalb von nur zwei Wochen regnete es unvermutet positive Presseberichte über Münster. Als erstes meldeten verschiedene Medien: „Münster landet im ADAC-Mobilitäts-Ranking bei Umfrage unter Verkehrsteilnehmern auf Platz Eins!“. Dann las man: „Münsters Fahrradstraßen erhalten eine Anerkennung von der Fachjury des Deutschen Verkehrsplanungspreises.“ Und schließlich titelten mehrere Newsportale: „Münster übertrifft bei der Zufriedenheitsstudie ‚Mobil in der Stadt‘ zur persönlichen Mobilität in 29 mittelgroßen Städten alle Mitbewerber!

Münster toppt alle!

Die Münsteraner schwebten auf Wolke Sieben. Das war wohltuender Balsam für den Provinzkomplex! Die FAZ druckte als Sahnehäubchen noch das Foto eines vor Glück erglühten Oberbürgermeisters Lewe ab.

Die „Welt am Sonntag“ griff die Rekordserie als Meldung auf und schrieb: „Auf nach Münster! … da sind alle happy!“ Das klang allerdings so enthusiasmiert, dass man beinahe eine feine Ironie herauslesen mochte.

Trotzdem: Die Ursache der Münster-Begeisterung blieb rätselhaft. Hat das Stadtmarketing da in der legalen Grauzone nachgeholfen? Haben die Redakteure Münsterländer Pumpernickel geraucht? Oder arbeiten in den Redaktionen konspirativ Exil-Münsteraner? Letzteres ist am wahrscheinlichsten.

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