Von Carsten Krystofiak

In dieser Woche vor 54 Jahren…

…wurde der FMO beschlossen.

Im Januar stimmte Münsters Stadtrat der Gründung einer „Flughafen Münster/Osnabrück GmbH“ gemeinsam mit den Gemeinden Münster, Osnabrück, Greven und Tecklenburg zu und bewilligte eine Viertelmillion DM als Einlagekapital.

Wie „klimaneutral“ kann ein Flughafen sein?

Fünf Jahre später war der Flughafen fertig und ab da kannte die wirtschaftliche Entwicklung nur noch eine Richtung: steil nach oben. Der FMO wurde der zwölfte internationale Airport der BRD und erwirtschaftete 1999 erstmalig einen Millionengewinn.

Dann ging es in den langsamen Sinkflug: Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 gingen die Passagierzahlen stetig zurück. Ein Rechtsstreit mit dem NABU um eine Startbahnverlängerung zog sich über zehn Jahre (!) Jahre hin, bis der Bauplan unter schweren Auflagen genehmigt wurde. Eigentlich liegt der Flughafen samt Gewerbepark im Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiet Hüttruper Heide, in dem seltene Amphibien lebten. Immer wieder fordern Umweltgruppen die Schließung des FMO. In vorauseilender Unterwerfung hat der Airport angekündigt, demnächst „klimaneutral“ werden zu wollen.

Neben Inlandsflügen ist Mallorca das Reiseziel Nr. 1 der FMO-Fluggäste. Größter Anteilseigner sind die Stadtwerke Münster, was unter den Parteien im Stadtrat regelmäßig zu Streit um die Beteiligung führt. Corona ließ die Passagierzahlen 2020 auf das Niveau von 1990 abstürzen.

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