Von Carsten Krystofiak

In dieser Woche vor 23 Jahren...

…schlug der Fallschirmmörder zu.

Ende Mai kam es beim Fallschirm-Club FSC Münster zu einer Tragödie: Eine junge Krankenschwester sprang über der Bauernschaft Emmenhorst – zwischen Wolbeck und Sendenhorst – aus dreitausend Metern Höhe in den Tod, weil sich ihr Fallschirm nicht geöffnet hatte. Sie filmte ihren eigenen Todessturz mit der Helmkamera…

Der Mörder hatte die Leinen verdreht und durchschnitten.

Zunächst glaubten alle an ein technisches Versagen. Doch weil auch der damalige FDP-Spitzenkandidat und frühere Bundesminister Jürgen Möllemann zu den Clubmitgliedern gehörte, prüfte die Münsteraner Polizei, ob der vermeintliche Unfall ein Attentat war, das eigentlich dem Politiker gegolten hatte.

Es stellte sich heraus, dass die Panne in Wahrheit eiskalter Mord war: Ein Clubkamerad hatte aus Eifersucht den Fallschirm der Hobbyspringerin manipuliert. Das Urteil vor dem Münsteraner Landgericht: lebenslänglich.

Makaber: Vier Jahre später sprang auch FSC-Mitglied Möllemann mit dem Fallschirm in den Tod. Ob Unfall, Sabotage oder Suizid konnte nie ganz geklärt werden. Die Selbstmordthese ist am wahrscheinlichsten.

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