Von Carsten Krystofiak

In dieser Woche vor 1935 Jahren…

…sagte Veleda den Sieg vorher.

Im Jahr 9 kriegten die Römer im Teutoburger Wald den Arsch voll. Sechzig Jahre später kam es erneut zum Aufstand in Germanien und wieder war es – wie schon im Fall des Arminius („Hermann“) – ein gebürtiger Germane, der aus römischen Diensten zu den Aufständischen überlief und ihr Anführer wurde: Julius Civilis, ein Bataver, sammelte germanische Stämme in den heutigen Niederlanden und Belgien für eine „Spezialoperation“ gegen die römischen Besatzer.

Auch die Brukterer aus der Region des heutigen Münsterlandes und Ostwestfalen, mischten wieder mit. Zum Volk der Brukterer gehörte die hochverehrte Seherin Veleda. Ihre Vorhersage zum Ausgang war entscheidend für den Kriegseintritt. Nachdem Veleda den Sieg für die Bataver voraussagte, gab es kein Halten mehr: 60 n.Chr. brach der Sturm los – zehntausende Römer wurden erschlagen und massakriert. Ein Gallier rief sich sogar selbst zum römischen Gegenkaiser aus.

Veleda lässt das OK für die Offensive geben…

Doch wie immer konnten sich die germanischen Stämme untereinander nicht einig werden und liefen auseinander, Civilis musste kapitulieren. Auch bei den Römern lief’s nicht: Sie hatten gleichzeitig eine Finanzkrise und einen Aufstand in Judäa an den Hacken. Nach einem Jahr war der Bataverkrieg vorbei. Als Sanierungspolitik ließ der römische Kaiser Vespasian weitere Legionen aus Germanien abziehen.

Die westfälische Seherin Veleda zog von der Lippe an den Tiber: Ob freiwillig oder als Kriegsbeute ist unbekannt. Ihre historische Spur verliert sich in der Nähe von Rom…

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