Von Carsten Krystofiak

In dieser Woche vor 2 Jahren...

…wurde der Prof. zensiert.

Im Juli 2020 kritisierte Dr. med. Ulrich Kreil in den Westfälischen Nachrichten die Lockdown-Politik und die Vorstellung einer „Zero Covid“-Gesellschaft. Der emeritierte Professor des Instituts für Epidemiologie der Uni Münster war bis 2012 auch Berater der WHO. Er nannte die Corona-Maßnahmen „unverhältnismäßig“, da die Todesrate deutlich geringer sei (0,1 - 0,3 %), als von RKI und WHO angegeben (für Deutschland bis zu 11 Mio.).

Im August wiederholte und konkretisierte der Münsteraner seine Sichtweise in einem Gastbeitrag für die linke Tageszeitung taz. Als Co-Autorin schrieb Dr. med. Angela Spelsberg, die nicht nur promovierte Epidemiologin, sondern auch die Ex-Frau von Karl Lauterbach ist.

Quintessenz des Beitrages: Für unser Immunsystem sind Coronaviren alte Bekannte, weshalb viele Menschen bereits teilimmun sind, was erklärt, warum sich viele nicht infizieren oder symptomlos bleiben. (Die meisten symptomlosen Infizierten tauchten nicht in den Statistiken auf) Die Politik folgte alarmistischen Modellrechnungen, ohne genügend Experten anzuhören. Soweit der Beitrag.

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Der Text löste innerhalb der taz-Redaktion und Leserschaft einen großen Streit aus. Die Verfechter der Regierungspolitik setzten sich durch: Wenige Tage nach Erscheinen erklärte die taz: „Wir haben diesen Text (online) unzugänglich gemacht.“ Grund seien „gesundheitlich regelrecht gefährliche Positionen“. Viele Leser kritisierten ihrerseits die Löschung als bevormundend.

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