Von Carsten Krystofiak

In dieser Woche vor 2 Jahren...

…startete der Loop.

Um die „letzte Meile“ im ÖPNV zwischen Haltestelle und Haustür zu schließen, entschieden sich Münsters Stadtwerke für die probeweise Einführung eines „on-demand“-Taxidienstes in Hiltrup. Eine Werbeagentur am Hafen erfand dafür den griffigen Markennamen „Loop“. (Nicht-anglophile können den übrigens auch plattdeutsch aussprechen.)

Hiltrups Taxifahrer rasteten aus…

Für den digitalen Rufdienst wurden mehrere schicke London-Taxis angeschafft, doch der TÜV rollte noch einen Stein in den Weg: Die Prüfer störten sich an der in England „Suicide-Door“ (Selbstmordtür) genannten Türöffnung gegen die Fahrtrichtung.

Jugendliche fanden schnell heraus, dass sie mit ihren Schülertickets den Loop-Service kostenlos nutzen konnten und ließen sich am Wochenende gerne zu den Kumpels, zum Snacken oder zum Bierholen an die Tanke kutschieren. Es dauerte etwas, bis die Stadtwerke den Tarif anpassten.

Taxifahrer reagierten zunächst hochaggressiv auf die vermeintliche Konkurrenz. Einige Loop-Chauffeure wurden sogar bespuckt. Zum Trost rückte der NRW-Verkehrsminister für ein Zeitungsfoto an.

Inzwischen löppt der Loop aber reibungslos. Der bisherige Modellversuch wird nun auf weitere Stadtteile ausgeweitet. In der City kommt der Loop als Leezenrikscha.

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