Von Carsten Krystofiak

In dieser Woche vor 42 Jahren…

…tobte Knipperdolling.

Münsters erste Stadtillustrierte war der „Knipperdolling“, ein linksalternatives Magazin im A3-Format, das vor allem politisch war und hinter jeder Ecke einen Anschlag „der Mächtigen“ auf Menschenrechte und Demokratie argwöhnte. Ihr Feindbild waren Münsters Oberbürgermeister Werner Pierchalla, die CDU-Ratsfraktion und die alteingesessenen Paolbürger, die sich gegenseitig ihre Taschen füllten.

1980 kam frischer Wind in die Szene und das „City-Magazin“ erschien am Markt. Deutlich weniger politisch, stärker kulturell ausgerichtet kostenlos durch kommerzielle Anzeigen. Die „City“ berichtete über Mode, Musik und sogar schon über dieses neue Skateboard-Ding von einem Typen namens Titu und Münsters erste Punks. Zudem waren die Mitarbeiter deutlich jünger als beim „Knipper“.

Die Karikatur des City-Chefs…

Die Knipperdolling-Platzhirsche tobten und widmeten dem verhassten Konkurrenten gleich eine Doppelseite Hassrede inkl. gehässiger Karikatur des City-Herausgebers. Mit Schaum vor dem Mund wurde das City-Magazin von A bis Z verrissen. Hauptvorwurf: „nicht alternativ, kritisch oder links“ zu sein.

Hintergrund: City-Schreiber hatten einen Münster-Auftritt des Liedermachers Wolf Biermann unautorisiert mitgeschnitten und sich dabei als Knipperdolling-Redakteure ausgegeben, was Biermann veranlasste, sich in der Knipper-Redaktion über „Mafia-Methoden“ zu beschweren.

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