Von Carsten Krystofiak

In dieser Woche vor 1 Jahr...

… wurde Münster zum Hotspot.

Anfang September tauchten Reporterteams und Übertragungswagen großer Fernsehsender in der Achtermannstraße auf und machten Aufnahmen vom Cuba Nova. Was war passiert? Nach dem ersten Lockdown nach chinesischem Vorbild öffnete der Club wieder und lud zur „2G-Party“ – Einlass nur für Genesene und Geimpfte. Neben dem Impfzertifikat wurde auch der Personalausweis kontrolliert.

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Damit ging der Veranstalter über die Vorschriften des Landes hinaus, denn die Gesetzgeber hatten auch die 3G-Variante genehmigt. Münsters Gesundheitsamt hatte das Hygienekonzept des Clubs abgenommen und eine vorbildliche Ausstattung attestiert.

Doch nach der Party wurden 85 der ca. 380 Gäste aus Münster und dem Ruhrgebiet positiv auf das Covid-Virus getestet! Die Verwunderung war groß: Wie konnte das trotz Impfung sein? Lag’s am Stoff? Einige Medien mutmaßten, da die meisten der 85 Infizierten mit BionTech geimpft worden waren, sei etwas mit der Charge nicht in Ordnung.

Münster wurde in der bundesweiten Presse zum „Corona-Hotspot“ und die Tanzveranstaltung zum „Superspreader-Event“ gestempelt. Minister Lauterbach erklärte, die Impfung schütze immerhin vor schweren Verläufen. Das wurde akzeptiert. Die 2G-Regel wurde nicht in Frage gestellt.

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